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Atemschutz

Atemgifte, die bei Bränden entsstehen, machen auch der Feuerwehr zu schaffen. Hier müssen besondere Maßnahmen ergriffen werden, um die vorgehenden Einsatzkräfte zu schützen. Deshalb sind auch die meisten Feuerwehren mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten ausgestattet. Diese Geräte versorgen den Träger unabhängig von der Umgebungsatmosphäre mit Atemluft aus einem mitgeführten Behälter. Bei der Feuerwehr werden die Geräte auch als Pressluftatmer bezeichnet, da die Behälter mit komprimierter Luft gefüllt sind (ca. 300 bar) und nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen, nur mit Sauerstoff. Zu den Bestandteilen der Geräte gehört neben der Atemluftflasche, die auf dem Rücken getragen wird, eine eng am Gesicht anliegende Atemschutzmaske. Die Maske schützt den Träger vor den Atemgiften. Atemluftflasche und Maske sind über eine Leitung verbunden. Ein Lungenautomat sorgt dafür, dass bei jedem Atemzug des Trägers eine dosierte Menge an Atemluft in die Maske strömt. Der Inhalt der Atemluftflasche reicht für eine Einsatzzeit von etwa 30 Minuten. Die komplette Atemschutzausrüstung wiegt immerhin rund 20 Kilogramm.
An die Atemschutzgeräteträger werden besondere Anforderungen gestellt. Sie sind bei ihren Einsätzen durch die Arbeit im unmittelbaren Gefahrenbereich bei großer Hitze und dichtem Rauch hohen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Deshalb müssen sich alle Berwerber vor einer möglichen Ausbildung einer arbeits-medizinischen Untersuchung (nach Grundsatz G 26 der Berufsgenossenschaften) unterziehen. Bei bereits ausgebildeten Kräfte ist eine solche Untersuchung jeweils im Abstand von drei Jahren zu wiederholen um die Tauglichkeit zu überprüfen.
Die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger umfasst 25 Stunden theoretischer und praktischer Unterweisung. Ausbildungsinhalte sind:

● Grundlagen der Atmung
● Atemgifte
● Einsatzgrundsätze
● Einsatz von Atemschutzgeräten

Während der praktischen Ausbildung wird überwiegend an den Geräten gearbeitet, denn die Handhabung spielt im Einsatz eine große Rolle. Daneben gilt es aber auch eine Atemschutzübungstrecke zu durchlaufen. Hier muss während der Dauer der Übung (etwa 25 Minuten) eine bestimmte Belastung von den Trägern erbracht werden. Dazu zählen:

● Besteigen einer Endlosleiter
● Radfahren auf einem Ergometer
● Ziehen eines Schlaghammers
● Durchlaufen einer Kriechstrecke mit Hindernissen

Die Kriechstrecke muss bei Dunkelheit durchlaufen werden. Während des Durchgangs besteht auch die Möglichkeit, die Strecke zu vernebeln und laute Geräusche einzuspielen, um die Übung realitätsnah zu gestalten. Durch die Verwendung von Gittern kann die Strecke beliebig verändert werden. Die Träger bewegen sich auch auf verschiedenen Ebenen. Ein Bereich der Strecke ist durch eine Röhre so verengt, dass hier die Atemluftflache abgeschultert werden muss, um durch die Röhre zu gelangen. Dabei müssen Flasche und Atemmaske natürlich immer verbunden bleiben. Auch die bereits ausgebildeten Atemschutzgeräteträger sind verpflichtet, die Atemschutz-übungsstrecke einmal jährlich erfolgreich zu durchlaufen. Nur wer regelmäßig an den vorgeschriebenen Übungen und Unterweisungen teilnimmt und die geforderten Unter-suchungen vorweisen kann, darf auch als Atemschutzgeräteträger eingesetzt werden